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  • Financial Data Access Verordnung eröffnet neue Perspektiven (Teil 2)

    Die bevorstehende FIDA-Regulierung ermöglicht zum einen die Entwicklung neuer Ertragsmodelle, zum anderen kann sie auch bereits bestehende Prozesse durch die standardisierte Zurverfügungstellung und automatisierte Verarbeitung von Kundendaten.

    Ein Beispiel hierfür ist der klassische Kreditantragsprozess.

    Viele Kreditabschlüsse, insbesondere Baufinanzierungen, scheitern bereits früh im Prozess: Kreditrechner und Antragsstrecken werden abgebrochen, weil Kunden ihre Finanzinformationen, die oft bei unterschiedlichen Finanzdienstleistern hinterlegt sind, händisch strukturieren und in das Portal eingeben müssen. Finanzinformationen, die gerade nicht verfügbar sind, bremsen, der manuelle Aufwand wirkt abschreckend. Dies verhindert nicht nur eine explorative, digitale Interaktion des Kunden mit der Bank, sondern auch, dass Banken maßgeschneiderte Angebote entwickeln oder ihre Produkte gezielt vermarkten können.

    Mit FIDA ändert sich das grundlegend!

    Mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden können Banken über eine standardisierte API auf umfassende Finanzdaten zugreifen – darunter sowohl Kontoinformationen und Transaktionsdaten, wie sie im Rahmen der PSD2 bereitgestellt werden, als auch Daten zu laufenden Krediten, Investments oder Versicherungen. Diese Informationen lassen sich aus verschiedenen Quellen sicher, fehlerfrei sowie mit minimalem Nutzeraufwand abrufen und nahtlos in den Kreditantragsprozess integrieren. So kann die Bank anhand valider, aktueller Kundendaten und einer akkurateren Risikoeinschätzung ein personalisiertes Kreditangebot erstellen und die relevanten Informationen direkt in die digitale Antragsstrecke überführen. 

    Zwei Aspekte sind hervorzuheben:

    Durch den standardisierten Zugriff auf umfangreiche Kundendaten aus unterschiedlichen Sparten ist es gegebenenfalls möglich, das bestehende Risikomodell zur Bewertung des Kunden zu überarbeiten und das Kreditrisikomanagement insgesamt effizienter zu gestalten. Es muss allerdings bedacht werden, dass das Teilen der Daten für den Kunden freiwillig ist und den Zugang zu Finanzprodukten nicht einschränken darf. Daher ist anzunehmen, dass ein Kunde eher bereit ist, seine Daten von Fremdinstituten zu teilen, wenn er ohnehin eine gute Bonität erwartet.

    Um einen generischen Anreiz zum Einbinden der Daten in den Antragsprozess zu setzen, sind monetäre Vorteile, wie beispielsweise ein Zinsvorteil oder eine Prämie bei Abschluss des Vertrags, denkbar.

    Das Ergebnis ist ein deutlich effizienterer und benutzerfreundlicherer Prozess,
    bei dem Kunden von einer vereinfachten Antragstellung sowie von maßgeschneiderten Angeboten profitieren. Gleichzeitig gewinnt die Bank ein umfassenderes Bild der finanziellen Gesamtsituation und kann dadurch sowohl die Risikobewertung als auch die Produktgestaltung optimieren. Die Folge: höhere Abschlussquoten, stärkere Kundenbindung und ein signifikanter Mehrwert auf bei
    den Seiten.

     

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      27, Torsten, Kusmanow, tk, tk, Torsten Kusmanow, torsten.kusmanov@msg.group, http://www.msg.group, 2026-04-03 16:36:35, Torsten Kusmanow verantwortet als Executive Partner der internationalen MSG Gruppe den Bereich "Banking Customer Interactive Solutions", der sich mit digitalen, kundenzentrierten Lösungen für die Finanzindustrie beschäftigt.,
      3, Johannes, Muschik, jm, jm, Johannes Muschik, jm@quickandproper.eu, http://www.quickandproper.eu, 2016-01-21 14:52:22, Johannes Muschik ist Obmann des österreichischen Finanzberaterverbandes, AFPA, und Vorstandsmitglied im europäischen Vermittlerverband, FECIF. Er nimmt laufend an Konsultationen zur Regulierung des EU Finanzdienstleistungsmarktes teil.,